Hausarztvertrag aok baden-württemberg

Es gibt eine Reihe integrierter Pflegeverträge, die auf bestimmte chronische Krankheiten oder ganze Bevölkerungsgruppen abzielen. Wir beschreiben hier zwei Modelle, die Letzteres repräsentieren, gesundes Kinzigtal, das die Gesundheitsversorgung für alle Mitglieder zweier SHI-Fonds im Kinzigtal (Hildebrandt et al., 2010) im Schwarzwald im Südwesten Deutschlands koordiniert und leitet, und Prosper/proGesund, ein integriertes Anbieternetzwerk, das vom Bergarbeiterfonds SHI (Knappschaft) entwickelt und in acht (ehemaligen Bergbau-) Regionen, meist im Ruhrgebiet, angeboten wird. Hausarztverträge werden hauptsächlich im Rahmen des gesetzlichen Systems finanziert und beinhalten Anreize für Anbieter und Patienten. Die erste Generation von Verträgen war „Add-on“, d. h. sie waren Teil der regelmäßigen SHI-Rückerstattung mit einem Bonus für zusätzliche Leistungen, die im Rahmen des GP-Vertrags erbracht wurden. Spätere Verordnungen (2008) ermöglichten die Aushandlung flexiblerer Erstattungssysteme, die Elemente der Capitation einbeziehen. Hausärzte erhielten für jeden eingeschriebenen Patienten pro Jahr einen Pauschalbetrag plus eine vierteljährliche Zahlung für jeden Patientenkontakt und einen Bonus für chronisch kranke Patienten. Es gab auch Boni für rationelle Verschreibungs-, Präventions- und Screening-Dienste, für die Koordination der stationären und ambulanten Versorgung und für die Einstellung von Praxisassistenten, die in der chronischen Versorgung qualifiziert sind, wie unten beschrieben.

Diese Zahlungsweise bot Hausärzten einen erheblichen Anreiz zur Teilnahme an Hausarztverträgen, da sie ein Mindesteinkommen für registrierte Patienten unabhängig von der Anzahl der Konsultationen gewährleistete. Wie die beiden hier beschriebenen Beispiele zeigen, sind Art und Umfang integrierter Pflegeverträge in Deutschland unterschiedlich. Viele konzentrieren sich auf die Schnittstelle zwischen Akutkrankenhaus und Rehabilitative Versorgung. Bis Ende 2008 wurden rund 6400 integrierte Pflegeverträge abgeschlossen, die schätzungsweise 4 Millionen SHI-Mitglieder (etwa 6 % aller SHI-Mitglieder) abdecken, wobei rund 25 % In Verträge aufgenommen wurden, die die meiste oder die gesamte medizinische Versorgung in einer bestimmten Region abdecken (Grothaus, 2010). Die Abdeckung ist jedoch regional sehr unterschiedlich, und eine Bewertung des Beirats zur Beurteilung der Entwicklungen im Gesundheitswesen (SVR) im Jahr 2009 ergab, dass im Gegensatz zu Gesundes Kinzigtal und Prosper weniger als die Hälfte dieser Verträge Elemente der sektorübergreifenden Pflege enthalten hatte (Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, 2009). Seit 2008 stagniert die Zahl der integrierten Pflegeverträge (Grothaus, 2010). Dies steht im Zusammenhang mit der bereits erwähnten Einstellung der Anschubfinanzierung, die ab 2009 in Kraft trat, wobei schätzungsweise 20 % der Verträge in den Jahren 2008 und 2009 wegen der Einstellung dieser Finanzierung gekündigt wurden (Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, 2012). Seit 2007 sind alle SHI-Fonds gesetzlich verpflichtet, Hausarztverträge anzubieten, die bis zum 30. Juni 2009 umgesetzt werden müssen, obwohl sich die spezifischen Anforderungen an Vertragspartner und Erstattung im Laufe der Zeit geändert haben (Gerlach & Szecsenyi, 2011; Osterloh & Rieser, 2014).

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