Muster gravuren

(A) Gravur aus Gorhams Höhle. (B) Gravierte Linien L1–L13. Dunkelgrau und Hellgrau identifizieren alte bzw. aktuelle Brüche. (SI-Anhang, Abb. S21 zeigt die Reihenfolge der Gravurlinien, Brüche und die Bildung der Durikruste.) Beachten Sie, dass die hier gezeigte „Analyse Nord“ nur verwendet wurde, um die Reihenfolge der Gravurlinien zu beschreiben. Auf der gravierten Gesteinsoberfläche sind drei dünne Schichten identifiziert (Abb. 3 und SI Appendix, Abb. S6): eine weiße 2- bis 4-mm-dicke Unterschicht 1, eine hellbraune 0,5-mm-dicke Zwischen- und Diskontinuierliche Schicht 2 und eine obere schwarze 0,1- bis 1-mm-dicke Schicht 3.

Die gravierten Linien werden nur mit Schicht 3 bedeckt, während die unveränderte Gesteinsoberfläche von allen drei Schichten bedeckt ist. Mineralogische und elementare Analysen ergaben deutliche Unterschiede in der Zusammensetzung zwischen diesen Schichten (SI Appendix, Abb. S7 und S8). Die Schichten 1 und 2 enthalten einen erheblichen Anteil an Calcit und Dolomit aus dem Substrat, zusammen mit der Neubildung von Hydroxylapatit [Ca5(PO4)3OH]. Schicht 3 ist eine Durikruste, die aus Mn-reichem Hydroxylapatit [Mn2Ca3(PO4)3OH] (39) besteht. Solche Unterschiede und Mikrostratigraphie deuten darauf hin, dass Schicht 1 ein weißer Alterit ist, der sich als Folge der uralten Verwitterung des Kalkdolostonsubstrats gebildet hat. Auf dieser verwitterten Felsoberfläche wurde die Gravur gemacht. Anschließend wurde das Gestein von der Ablagerung der archäologischen Stufe IV bedeckt, die aus geblasenem Staub/Sand, Karstton, Guano und archäologischen Überresten bestand.

Als es auf die Sedimente fiel, veränderte das durchschlagende Wasser und der säurehaltige Urin der Fledermaus (reich an Phosphationen) Mineralien, die die Stufe IV bildeten, und verursachte die Migration von Kationen in Richtung des Bodens dieser Ebene, beim Kontakt zwischen dem gravausntragenden Alterit und dem Sediment. Die maximale und minimale Breite der Einschnitte wurde mit einem digitalen Bremssattel nach jeder neuen Passage des Werkzeugs aufgezeichnet. Die Morphologie der Inzisionsanfangs- und -endpunkte wurde ebenfalls aufgezeichnet; auf mehreren Hublinien wurden folgende Angaben gemacht: (i) Anzahl der Einschnitte, die notwendig sind, um das unbewitterte Kalkdoloston zu erreichen; ii) Auftreten von Einschnitten, die dem versehentlichen Verlassen der Werkzeugspitze in der Mitte oder am Ende der Hauptnut entsprechen; und (iii) oberflächliche Linien, die nahe und parallel zur Hauptnut verlaufen und durch versehentlichen Kontakt der Werkzeugspitze mit der Blockoberfläche während des Gravurvorgangs entstehen (48, 49). Die experimentelle Gravur wurde mit einem motorisierten Leica Z6 APOA fotografiert, das mit einer DFC420 Digitalkamera ausgestattet ist, die mit einer LAS Montage und Leica Map DCM 3D-Computersoftware verbunden ist. Schnitt-, Breiten- und 3D-Modelle ausgewählter Teile der experimentellen Gravur wurden durch den Export von Tiefenkarten, die mit der LAS-Montage erhalten wurden, in die Leica Map DCM 3D-Software erstellt. Lage von Gorhams Höhle, Gibraltar, auf der Iberischen Halbinsel und schematische Karte der Gibraltar-Halbinsel mit Höhen und Konturen in 100-m-Intervallen (oben links), topografischen Plan der Gorham-Höhle, der die Lage der Gravur (oben rechts) zeigt, und interpretativer geologischer Abschnitt von Gorhams Höhle basierend auf der Arbeit von Jiménez-Espejo et al. (33) (Nieder). (Einset) Position der Ebenen III und IV innerhalb der allgemeinen Höhlensequenz. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Bildung der Durikruste die gleichen diagnostischen Merkmale auf der Gravur bewahrte wie die experimentell dokumentierten, als die Gravur auf demselben Gesteinstyp reproduziert wurde (Abb. 4 und SI Appendix, Abb. S11).

Zu diesen Merkmalen gehören unterschiedliche Umrisse von Nutabschnitten, interne Streifen, die durch den Kontakt mit hervorstehenden Asperitäten des Gravierwerkzeugs erzeugt werden, und Hinweise, die die Reihenfolge der Gravur an Kreuzungen angeben (Abb.

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